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Das Wesen und sein Klang

Gerade komm ich vom Trossinger Kesselhaus und der EM-Schmach der deutschen Mannschaft gegen Kroatien ins Konservatorium zurück. Die Kroaten. Die Deutschen. Ganz andere Typen. Was ist eigentlich eine Nation? Das Wesen einer Nation? Wo liegt dieses Wesen? Und, wo findet man dieses Wesen in der Musik? Manche Pianisten sagen, Chopin, Debussy und Ravel kämen dem zentralen “Wesen” des Klaviers sehr Nahe. Sie verleihen diesem Instrument ein poetisches Eigenleben. Wo liegt eigentlich das Wesen im Akkordeonklang? Gibt es Musiker, Komponisten, die es schon berühren konnten? Ist der Tango vielleicht ein Stil der diesen schon geschafft hat? Volksmusikanten schwören - zum Teil auf die Seele ihrer Mutter - auf die Akkord(-eon)-Begleitfiguren eines Slavko Avsenik.

Nun ich, wenn ich die asiatische Musik eines Hosokawa höre, die sich auf die jahrtausendalte japanische Musiktradition bezieht, so höre ich im Akkordeon so etwas wie eine Öffnung, den puren Klang, der sich entfaltet, ohne irgendwelchen Klischees gerecht werden zu wollen. Dieses reine Hören suche ich, es macht mich frei.

13. Juni 2008 Kommentieren Andreas Nebl