Das Fach Transkription beim berufsbegleitenden Ausbildungsgang
Vor zwei Wochen fand bei uns im Hause die erste Blockphase des “berufsbegleitenden Ausbildungsgangs Akkordeon ” statt. Neben den wichtigen Inhalten Soloakkordeon, Ensemblespiel, etc. wurde auch erstmals der Weg der “Transkription” von Hans-Günther Kölz (Fachrichtung Jazz) und meiner Person (Fachrichtung Klassik) angeboten. Dieses Fach, das im europäischen klassischen Lehrbetrieb sonst eher stiefmütterlich behandelt wird, kann unserer Erfahrung nach ein sehr wertvoller Weg sein, viele ansonsten aufgespaltene musikalische Lerninhalte in direkter Verbindung mit musikalischem Erleben zu gestalten.
Z.B. Gehör: beim Transkripieren werden gleichzeitig tonales Hören, Intervalle, Rhythmus, Akkorde, 2-stimmiges Hören aktiviert, und das Stück ganz nebenbei (genauso wie der spielende Pianist) sehr intensiv kennengelernt. Zur Einführung wurde der Vorgang in der Gruppe mit verschiedenen Tips zur Arbeitsweise begonnen - Hausaufgabe ist nun, das komplette Stück von CD aufs Papier zu bringen.
Im Anschluß daran werden nächstes mal im Unterricht theoretische Fragen angesprochen, eine formale und harmonische Analyse gemacht, sowie das historische Umfeld des Stücks bzw. des Komponisten näher beleuchtet.
Wie gesagt, dieser Vorgang des Transkripierens wird im klassischen Musiklehrbetrieb bisher kaum praktiziert, es scheint für uns aber ein “glücklicher” Weg zu sein, Musik erleben mit Lernen zu verbinden.
