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Piazzollas “Aconcagua” im Trossinger Konzerthaus – fünf Fragen an den Solisten Andreas Nebl

Im Rahmen von “Akkordeon grenzenlos 2009“ kam Astor Piazzollas “Aconcagua”

für Akkordeon Solo, Percussion und Streicher zur Aufführung durch die Württembergische Philharmonie Reutlingen und dem Solisten Andreas Nebl, einem unserer Dozenten am Hohner-Konservatorium. Nachdem das Projekt, das bereits vor über zwei Jahren in Bezug auf die Planung auf den Weg gebracht wurde, beantwortete Andreas Nebl einige Fragen zu verschiedenen Aspekten des Konzertprojektes:

 

Frage: Wie sind Sie auf die Komposition aufmerksam geworden?

 

Seit Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv mit der Musik Astor Piazzollas. Als ich vor zwei Jahren in Buenos Aires war, bin ich in einem kleinen CD-Laden auf eine Aufnahme des Konzertes „Aconcagua“ gestoßen. Seither wuchs der Wunsch in mir, dieses 20-Minuten-Werk selbst mit einem professionellen Orchester auf die Bühne zu bringen.

 

Frage: Wie würden Sie die Komposition beschreiben?

 

Piazzolla eifert hier in der gewählten Dreisätzigkeit ganz offensichtlich klassischen Formidealen (schnell-langsam-schnell) nach, trotzdem bleibt er seinem archaischen Grundtemperament treu. Aconcagua hat insgesamt etwas sehr Verbindendes, zwischen Folklore und Klassik, zwischen Europa und Südamerika. Auch zwischen Solist und Orchester findet eine große Nähe statt: nicht nur zu Beginn hört man zwischen beiden Partnern raffiniert organisierte Polyrhythmen, man erlebt auch im Laufe des Stücks so etwas wie einen echten Bandcharakter, bei dem das Orchester mehr Rhythmusgruppe denn konzertierender Klangkörper ist. Auch kammermusikalische Strukturen wie im 2.Satz, binden den Solisten sehr nahe an das Orchester. Aber: Irgendwo ist Tango eben immer wieder Tango – im Falle von Aconcagua ausgesprochen ideenreich in eine sehr große Form gegossen.

 

Frage: Welche Möglichkeiten bzw. Schwierigkeiten gibt es bei der Übertragung vom Bandoneon auf das Akkordeon?

 

Bei zahlreichen Gesprächen in der Vergangenheit zu diesem Thema mit anderen Akkordeonisten kristallisierten sich immer wieder zwei grundsätzliche Meinungen heraus: entweder man sucht einen „akkordeonistischen“ Weg, mit den gängigen Spieltechniken des Akkordeons, oder man orientiert sich radikal am Klangideal des Bandoneons. Für mich selbst kam nur diese letztere Variante in Frage. Das charakteristische Drücken, Schlagen, Quetschen des Instruments gehört für mich unmittelbar zum Charakter dieser Musik. So wurde meine Vorbereitung zu Aconcagua zum gänzlichen Loslösen von allen klassischen Spielmustern. Ich suchte gewissermaßen den anarchistischen Weg, das Akkordeon im Extremfall auch zum Schreien zu bringen. Auch Musik von Igor Strawinsky inspirierte mich bei diesem Vorhaben sehr.

 

Frage: Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit dem Sinfonieorchester erlebt?

 

Es war eine großartige Erfahrung, zum einen mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, einem professionellen Orchester im Rücken zu musizieren, und zum anderen, mit dem Dirigenten Norichima Iimori, einer wirklich außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit, auch im Vorfeld zusammenzuarbeiten. Für mich war es dann letztlich eine physische Herausforderung, mich klanglich mit dem z.T. sehr dichten Orchestersatz zu verbinden. Nach der einzigen Probe mit dem vollen Orchester am Tag vor dem Konzert wusste ich es dann hautnah: ich musste für den Charakter der Musik wirklich „um mein Leben“ spielen, wenn ich ausdrücken wollte, was ich mir vorgenommen hatte!

 

Frage: Welche weiteren Kompositionen würden Sie gerne als Solist mit Orchester aufführen?

 

Inzwischen gibt es eine Reihe von Werken dieser Gattung mit zum Teil bemerkenswerten Inhalten. Sehr interessant finde ich zum Beispiel Manuel Hidalgos „Introduktion und Fuge“ nach der Hammerklaviersonate von L.v.Beethoven für Akkordeon und Orchester, auch „Voyage V“ (Extasis) von Toshio Hosokawa, oder Fabio Nieders „Camminata sogno 21 martedi agosto 1945“. Ein erfüllter Lebenstraum wäre für mich eine Gesamteinspielung aller Bachschen Cembalokonzerte mit Akkordeon und Kammerorchester.

25. April 2009 Kommentieren Erik Hörenberg

Prof. Dr. Hans Günther Bastian im Gespräch

Die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände, für die ich als Geschäftsführer neben dem Hohner-Konservatorium tätig bin, zeichnet einmal jährlich Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens mit der Hans Lenz-Medaille aus. In diesem Jahr wird diese Medaille – übrigens im Rahmen des DAM in Baden-Baden – an Herrn Prof. Dr. Hans Günther Bastian überreicht. Die Laudatio und die Übergabe wird vom Präsidenten der BDO, Herrn Ernst Burgbacher MdB durchgeführt werden. Ich hatte in dieser Woche die Gelegenheit, drei Fragen an Herrn Prof. Bastian zu stellen. Das sich hieraus ergebene Interview haben und werden wir im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit bei der BDO ab morgen veröffentlichen und kommunizieren. Ich finde, dass Herr Prof. Bastian sehr gute, konstruktive und auch hilfreiche Gedanken äußerst. Zudem ist er – und das bestätigen sicherlich alle Personen die ihn kennen – eine äußerst sympathische und zuvorkommende Person. Ich freue mich schon sehr auf die Verleihung in Baden-Baden im Juni dieses Jahres. Anbei nun aber der Pressebericht mit dem Kurz-Interview:prof-dr-bastian

Prof. Dr. Hans Günther Bastian im Gespräch

 

Die Hans Lenz-Medaille der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO) wird im Jahr 2009 an Prof. Dr. Hans Günther Bastian verliehen. Diese Entscheidung teilte das Präsidium der BDO vor einigen Tagen mit. Aus diesem Anlass unterhielt sich Erik Hörenberg, Geschäftsführer der BDO, mit dem renommierten Musikpädagogen und Wissenschaftler.

 

Erik Hörenberg: Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Bastian. Sie erhalten in diesem Jahr die Hans Lenz-Medaille der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO), der Dachorganisation der instrumentalen Laienmusik in Deutschland. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

 

Prof. Dr. Hans Günther Bastian: In meiner beruflichen Biografie war und bin ich der Laienmusik stets eng verbunden, sei es in Theorie und Praxis, in Wissenschaft und Forschung. Auch in der Liste meiner Publikationen spiegelt sich immer wieder mein Kontakt  zur Laienmusik, deren musikalische und gesellschaftliche Bedeutung zu betonen, ich nicht müde werde. Meine Gedanken und Thesen münden in Appellen zu stärkerem Selbstbewusstsein und zu deutlicherem Eigenprofil der Laienmusik in der politischen und fachlichen Öffentlichkeit. Überflüssig scheint mir der Hinweis, dass es “die”Laienmusik nicht gibt, sondern dass sich hinter dem theoretischen Konstrukt „die“ eine äußerst pluralistische und heterogene Musiklandschaft auftut, eine Vielzahl unterschiedlicher Gruppierungen und Musikern, Vereinen und Organisationen.

Von dieser größten deutschen Dachorganisation der instrumentalen Laienmusik in diesem Jahr 2009 als Preisträger ausgezeichnet zu werden, ist mir eine wertvolle Anerkennung meiner Arbeit und eine besondere persönliche Ehrung. Eine solche Würdigung macht mich dankbar und verpflichtet mich zugleich zu weiterem Engagement.

 

Erik Hörenberg: Die BDO engagiert sich intensiv – wie viele andere Verbände und Organisationen auch – für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen musikalischer Bildung in Deutschland. Wo sehen Sie für die Zukunft den größten Handlungsbedarf, damit das „Musikland Deutschland“ auch langfristig ein Musikland bleiben wird?

 

Prof. Dr. Hans Günther Bastian: Ein Blick in aktuelle Statistiken unseres Musiklebens belegt eindrucksvoll, was Kenner der Szene seit langem beobachten: Laienmusizieren erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Darum ist richtig: Deutschland ist nach wie vor ein Land der Musik. Doch gleichzeitig sehe ich einen grassierenden musikalischen Analphabetismus, der sich speist und nährt aus weitgehend liedlosen Familien, aus musikalisch noch immer unzureichend qualifizierten Erzieherinnen in Kindergärten, aus einem eklatanten Unterrichtsausfall im Fach Musik an Grundschulen und aus der leidigen Epochalisierung von Kunst und Musik in der Sekundarstufe. Und indem ich diese Schwachstellen benenne, verweise ich zugleich auf dringend notwendigen (etymologisch heißt das doch: den die Not wendenden) Handlungsbedarf an wichtigen Schaltstellen musikalischer Bildung. Familien müssten Keimzellen musikalischer Primärerfahrungen sein, Kindergärten und Grundschulen müssten ihren (musikalischen) Bildungsauftrag ernster nehmen als dies nach meinen Beobachtungen der Fall ist. Doch vieles ist unter anderem nach den Veröffentlichungen unserer Ergebnisse aus der Berliner Wirkungsstudie in Bewegung geraten (Jeki in NRW,  Klassenmusizieren, musikalische Grundschulen, Profilschulen Musik u.a.).

Tatsache aber ist noch immer: Genau in den Phasen, in denen Kinder die Musik am notwendigsten brauchen und sie am bildsamsten wirkt, wird sie am meisten vernachlässigt oder dem Geldbeutel der Eltern überlassen. Das ist paradox, unpolitisch und unverantwortlich in höchstem Maße, gerade heute, wo wir um die Wirkkräfte der Musik auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wissen.

 

Erik Hörenberg: Die BDO möchte gerne in Ihrem Namen eine Botschaft an die Verantwortungsträger in Gesellschaft, Verwaltung und Politik entsenden. Wie sollte diese Botschaft lauten?

 

Prof. Dr. Hans Günther Bastian: Laienmusik steht als Synonym für musikalische Bildung und Kultur auf denkbar breitester Ebene, sie ist der Inbegriff aller nichtprofessionell musikalisch aktiven Menschen. Laienmusizieren leistet eine musikalische Bildung und bietet die Chance zu kultureller Selbstverwirklichung und sozialer Integration, wie sie von keiner anderen staatlichen Einrichtung in dieser Breite und Vielfalt angeboten oder gar geleistet werden kann. Im Musizieren gewinnt die Musik ihre Kraft zum Widerspruch auch gegen konsumistische Strömungen in unserer Gesellschaft zurück. Es läuft dem allgemeinen Trend zur Individualisierung und mehr noch zur Anonymisierung, zur Beschleunigung des Lebens im galoppierenden time is money, zur Flüchtigkeit im alltäglichen business as usual zuwider und bringt Menschen in ein musiksoziales Kollektiv.

Das eigene Musizieren versteht sich zudem als sinnlichkeits-fördernde und sinn-erfüllende Freizeitgestaltung, als Befriedigung des menschlichen Spieltriebs – ohne sich zuvor als Spielfigur im PC einscannen zu müssen, ja letztlich als Verbindung zu den Werten unserer Kultur. Im Laienmusizieren machen wir junge Menschen zu “Schöpfern von Kultur”, in der sie unmittelbar erfahren können, dass nicht allein der Fernsehsender Viva Musica ist, sondern  Musica Viva. Jeder musizierende Mensch, ob als Kleinkind oder mit 60 + kann sein eigener MP3 Player sein.

Mein emphatischer Appell auch auf dem Hintergrund der nachgewiesenen positiven Wirkungen des Musizierens auf die Persönlichkeitsentwicklung: Lasst unsere Kinder und Jugendliche musizieren aus Gründen ihrer natürlichen Begabung zur Musik. Wer musizierende Kinder beobachtet, sieht ihre angeborene Freude an der Musik. Diese erleben zu lassen, heißt sie leben zu lassen.

Vom Schweizer Theologen Leonhard Ragaz stammt die Zeitkritik: “Der Geist der Gewalt ist so stark geworden, weil die Gewalt des Geistes so schwach geworden ist”. Ich bin fest davon überzeugt, dass – trotz aller zitierbaren Gegenbeispiele – der Geist der Musik und des Musizierens zur Befriedung der Gesellschaft und damit zu ihrer Humanisierung einen einzigartigen und unverwechselbaren Beitrag leisten kann.

Wenn es Maßstab effizienter Kultur- und Bildungspolitik ist, zum rechten Zeitpunkt am richtigen Ort in vertretbaren Maßstäben zu investieren, dann gehören Laienmusikvereine in einer Prioritätenliste auf die vorderen Rangplätze. Subventionen in Laienmusikkultur sind wichtige Voraussetzungen für die Regeneration von Menschen in lebenswichtigen Spielräumen, sie sind Investitionen und keine Ausgaben.

 

Erik Hörenberg: Vielen Dank Herr Prof. Dr. Bastian für das Gespräch.

2. April 2009 Kommentieren Allgemein, Erik Hörenberg

Tage der Chor- und Orchestermusik 2009 in Osnabrück

Vor einigen Tagen war ich bei den jährlich drei Wochen vor Ostern stattfindenden „Tagen der Chor- und Orchestermusik“ in Osnabrück. Anlass dieses Musikwochenendes ist die Verleihung der Zelter- und der Pro Musica-Plakette an traditionsreiche Chöre und Orchester. Die Verleihung wurde vorgenommen durch den Kulturstaatsminister Bernd Neumann MdB, den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Gespannt war ich aber in erster Linie auf die verschiedenen Konzerte: insgesamt 700 Musikerinnen und Musiker bestritten an zwei Tagen ein musikalischen Rahmenprogramm, das wie in jedem Jahr die große musikalische Vielfalt in Deutschland eindrucksvoll darstellte.

 

Im Vorfeld wurde der Kulturstaatsminister von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände, die in diesem Jahr Veranstalter des Musikwochenendes war, interviewt. Und beachten Sie die letzte Frage: Der Kulturstaatsminister Bernd Neumann MdB, der wie ich finde sehr gute Arbeit in Berlin leistet, spielt seit seiner Kindheit Akkordeon (wussten Sie das?). Darauf weist er immer wieder in Reden und Interviews hin. Ob er für ein Konzert im Rahmen von „Akkordeon grenzenlos“ zu gewinnen wäre? Das Interview mit interessanten und aufschlussreichen Antworten nun im Folgenden:

 

Sechs Fragen an Kulturstaatsminister Bernd Neumann zur Bedeutung

der Laienmusik in Deutschland.

 

Warum machen Sie sich stark für die Laienmusik, Herr Neumann?

► B.N.: Über lange Zeiträume werden in den Vereinen der Laienmusik kulturelle Traditionen gepflegt. Der Erhalt, die Pflege und die Weitergabe von Generation zu Generation: das macht die Arbeit der Musikvereine, der Chöre und Orchester von Laienmusikern so wertvoll für unsere Gesellschaft und für das Musikland Deutschland. Für viele Millionen Menschen ist gemeinsames Musizieren fester Bestandteil ihres Lebens. Im ländlichen Raum sind Laienmusiker und ihre Vereine zudem oftmals die einzigen kulturellen Akteure. Insofern nimmt die Laienmusik für das kulturelle Leben in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert

ein.

 

Welche Bedeutung haben Laienchöre und -orchester verglichen mit Berufs-

Ensembles?

► B.N.: Hochkultur und Breitenkultur sind keine Gegensätze. Laienmusikensembles und Berufsmusiker und -musikerinnen ergänzen einander und sind somit gemeinsam Ausdruck der kulturellen Vielfalt Deutschlands.

 

Wo gibt es Verbesserungspotentiale bei der öffentlichen Förderung von Laienmusik?

► B.N.: Die Musikförderung ist grundsätzlich eine Sache der Länder und der Kommunen. Ich kann hier nur für die Bundesebene sprechen. Mein Haus stellt im Spitzenbereich der Laienmusik Fördermittel bereit. Sie dienen etwa der Finanzierung von Wettbewerben wie dem Deutschen Chorwettbewerb und dem Deutschen Orchesterwettbewerb. Ferner werden Mittel für Projekte der Dachorganisationen der Laienmusikverbände zur Verfügung gestellt. Ich denke, auf dieser Basis steht die öffentliche Förderung durch den Bund auf soliden Füßen.

 

Was kann und muss denn getan werden, um die finanzielle Förderung der

Laienmusik auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wirksam durchzusetzen?

► B.N.: Die Vertreter der Laienmusik und der Kulturpolitik müssen vernehmlich darauf hinweisen, dass Spitzenleistungen im professionellen Bereich ohne eine intakte Grundlage in der Breitenkultur nicht möglich sind. Auch der eminent wichtige Beitrag der Laienmusik zur musikalischen Bildung, aber auch zur Persönlichkeitsentwicklung insgesamt, kann nicht oft genug betont werden. Potenziellen Sponsoren sollte immer wieder verdeutlicht werden, dass ihr Engagement eine breite und im Gegensatz zum bloßen Event vor allem auch nachhaltige

Wirkung entfalten kann.

 

Und wo gibt es Verbesserungspotentiale bei den Verbänden, die das Laienmusizieren

in Deutschland vertreten?

► B.N.: In erster Linie ist es Sache der Laienmusiker selbst, ihrem Verband Ratschläge zu geben, wo sie Veränderungsbedarf zur Verbesserung ihrer Arbeit sehen. Ich nehme die gemeinsame Dachorganisation, die Bundesvereinigung Deutscher Chor- und Orchesterverbände, als eine tüchtige Interessenvertretung der Laienmusik in Deutschland wahr. Sie sorgt dafür, dass die gemeinschaftlichen Interessen und Anliegen angemessen gegenüber Politik und Öffentlichkeit vertreten werden.

 

Zuletzt die Frage: Musizieren Sie selbst, Herr Neumann?

► B.N.: Seit meiner frühesten Jugend spiele ich Akkordeon. Mit der Musik unddem Spielen in einer Band habe ich mir sogar das Studium finanziert.

 

Herzlichen Dank, Herr Staatsminister, für dieses Interview!

 
 
 

 

25. März 2009 Kommentieren Allgemein, Erik Hörenberg

Erster “Tag der Musik” des Deutschen Musikrates

In diesem Jahr wird es zum ersten Mal zu einem Musikprojekt kommen, das in seiner Umsetzung einzigartig ist, und das in Zukunft jährlich stattfinden soll: Der „Tag der Musik“ vom 12. – 14. Juni 2009 mit Musikveranstaltungen jeglicher Art über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Ich finde dieses Projekt des Deutschen Musikrates (quasi das erste „Gemeinschaftsprojekt des Musiklandes Deutschland“) eine hervorragende Idee: Es ist für das gesamte Musikleben in Deutschland – daher auch für alle Akkordeonistinnen und Akkordeonisten – eine sehr große Chance, sich in ihrer Vielfalt und ihrem stilistischen Reichtum einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können. Durch die Breite, Anzahl und Ausstrahlung zahlreicher kleiner und großer Veranstaltungen sichert der „Tag der Musik“ den unterschiedlichen Musikinstitutionen wie Laienorchestern, Laienchören, Musikschulen oder Opernhäusern in Deutschland ein großes Medieninteresse und eine breite öffentliche Wahrnehmung. Ich erhoffe mir, dass sich möglichst viele Chöre, Orchester und Musikeinrichtungen bereits im ersten Durchführungsjahr an der Veranstaltung beteiligen. Wagt man sich für die längerfristige Zukunft auszumalen, alle Chöre und Orchester, Musikschulen, Opernhäuser und allgemein bildende Schulen treten an ein und demselben Wochenende musikalisch in Erscheinung, so ist die enorme Wirkung dieses Vorhabens schon in der Vorstellung unmittelbar greifbar! Es ist daher zu hoffen, dass mit der Durchführung in diesem Jahr eine erste Welle der Aufmerksamkeit für dieses in Zukunft jährlich wiederkehrende Ereignis ausgelöst werden kann. Nähere Informationen zum Tag der Musik finden Sie auf der Website: www.tag-der-musik.de. Sehr gerne können Sie mir mitteilen, ob Sie dieses Vorhaben gut oder nicht so gut finden bzw. wie dieses Projekt in der Zukunft weiter gestaltet werden könnte.

5. März 2009 Kommentieren Allgemein, Deutscher Musikrat, Erik Hörenberg

Die verschiedenen Musikrichtungen des Akkordeons

Jedes Instrument hat sich in den meisten verschiedenen Musikrichtungen etabliert. Das Schlagzeug, wie auch die Geige kann ohne Vorurteile in verschiedenen Musikrichtungen eingesetzt und gespielt werden. Das Akkordeon hat auch seinen Platz gefunden, aber für die meisten „Nicht-Akkordeonisten“, hauptsächlich in der volkstümlichen Musik. Innerhalb der Akkordeon-Szene ist uns allen bekannt, was man mit dem Instrument Akkordeon so alles spielen kann, den wir haben uns keine Grenzen gesetzt. Es gibt so viele Musiker, die Akkordeon in bestimmte Musikrichtungen etabliert haben. Beispiel: Eine „Schwermetallband“ aus der Schweiz (zufällig beim surfen im Web gefunden). Das Akkordeon im Jazz hat sich schon mehr verbreitet. Aber kennt jemand ein Akkordeonisten der Jazz spielt, der nicht aus der Akkordeon-Szene kommt? Gibt es Akkordeon-Spieler in der Blues-Szene?

Wer kennt Akkordeon-Spieler ausder Musikrichtung Swing, Rock, Hip Hop, Pop, Folk, Country, Heavy Metall? Fangen wir doch mal mit einer Liste an. Bands, Gruppen oder auch Solisten, die ausschließlich in einer bestimmten Musikrichtung mit dem Akkordeon mitmischen!!!
Stellt Euch oder die Musiker vor. Angaben am besten mit Musikrichtung, Namen, Bild, Hörproben oder Videos. Interessant wäre auch, wie sich die Musiker gefunden haben oder wie Ihr auf diese Musiker aufmerksam geworden seid.
Zeigen wir den „Nicht-Akkordeonisten“, daß das Akkordeon mehr als nur ein„humtata“-Instrument ist. Ich bin auf Eure Vorschläge schon sehr gespannt!

25. November 2008 Kommentieren Michaela Kitzke

Umfrage zur Sommerpause!

Liebe Blogleser,
auch ich möchte mich nochmals für die rege Beteiligung und die freundliche Aufnahme des Hohner-Konservatoriums Blogs in der Blogosphäre bedanken! Um die Sommerpause ein wenig zu verkürzen möchten wir euch gerne bitten, an der Umfrage zu den Web 2.0 Maßnahmen des Hohner-Konservatoriums teilzunehmen. Euer Feedback ist uns sehr wichtig!

Wie bewerten Sie die Web 2.0 Maßnahmen des Hohner-Konservatoriums allgemein?
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Wie bewerten Sie den Hohner-Konservatoriums Blog allgemein?
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Wie bewerten Sie die Inhalte des Hohner-Konservatoriums Blog?
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Kannten Sie das Hohner-Konservatorium bereits vor der Veröffentlichung des Blogs?
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Glauben Sie, dass der Blog die Bekanntheit des Hohner-Konservatoriums gesteigert hat?
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Die Ergebnisse der Umfrage werden wir selbstverständlich im Hohner-Konservatoriums Blog veröffentlichen!
Herzlichen Dank für Eure Teilnahme!
Weitere Anregungen zur VErbesserung des Blogs könnne gerne geposted werden!
1. August 2008 Kommentieren Allgemein, Matthias Bender, Ralf Brendle, Sabrina Fütterer

Das Akkordeon und sein Image

Das Akkordeon hat in Deutschland keinen sehr guten Ruf. Das fällt mir eingentlich immer nur dann auf, wenn man sich mit Personen unterhält, die ein anderes Instrument spielen oder nicht zur Akkordeon-Szene gehören. Es ist mir auch nur in Deutschlad aufgefallen. In anderen Ländern gilt das Akkordeon als ebenbürtig zu den klassischen Instrumenten. Z.B. In Russland, den Balkanländern, in Finnland, der Schweiz und auch in Italien sind die virtuosen Akkordeonspieler sehr populär. In Deutschland wird das Instrument in eine “Schifferklavier” und Volksmusik-Ecke” gesteckt. Dabei das Akkordeon in jeder Musikrichtung gleichwertig mit anderen Instrumenten einzusetzen.

Die Grundsatzdiskusionen welche Musik nun besser, wertvoller oder anspruchsvoller ist, sollte eingentlich nicht geführt werden. Meiner Meinung hat jede Musik seine Daseinsberechtigung und soll jemandem Freude bringen, dabei spielt es keine Rolle ob meine Kinder mir vorspielen oder ich ein Konzert anhöre. Musik soll von Herzen kommen ,Spaß machen und das Leben bereichern.

Hierzu können gerne einige Kommentare abgegeben werden.

10. Juli 2008 Kommentare [4] Allgemein, Michaela Kitzke

Das Akkordeon-Wiki

Das Akkordeon-Wiki (www.akkordeon-wiki.de) gehört zu den Web 2.0 Maßnahmen des Hohner-Konservatoriums. Hier soll allen Akkordeonspielern, -lehrern und –orchestern die Möglichkeit gegeben werden, sich selbst zu präsentieren. Anders als bei wikipedia, kann im Akkordeon-Wiki jeder eine Seite zu sich und seiner Person anlegen und sich mit andere verlinken. Anstelle einer eigenen Website kann man sich im Akkordeon-Wiki problemlos und kostenlos eine Seite anlegen und diese auch jeden Tag problemlos aktualisieren mit neuesten Konzertdaten und Infos. Jeden Monat wird ein anderes Orchetsre oder ein anderer Akkordeonspieler auf der Startseite präsentiert werden. Das Akkordeon-Wiki soll für alle eine Plattform bieten, denen das Akkordeon am Herzen liegt.

Das Hohner-Konservatorium versucht hiermit einen Service zur Verfügung zu stellen, der allen Akkordeonspielern und –liebhabern etwas bringt. Im Akkordeon-Wiki soll das Wissen rund ums Akkordeon gesammelt und dokumentiert werden. Und wer könnte das besser, als genau die Leute, die aktiv sind und das Instrument spielen.

Seit neuestem können auch Videos auf www.akkordoen-wiki.de gezeigt werden. Einfach Video bei Youtube.com hochladen und den Embed Code in den Quelltext der Akkordeon-Wiki Seite eingeben, auf der es erscheinen soll, oder bei fuetterer@hohner-konservatorium bewerben, wenn das Video einen Monat lang auf der Startseite vom Akkordeon-Wiki gezeigt werden soll.

Falls es Probleme mit dem Einpflegen des Textes gibt, können Text und Bild der gewünschten Seite auch an fuetterer@hohner-konservatorium geschickt werden.

30. Juni 2008 Kommentieren Sabrina Fütterer

Ensemblespiel – höchste Form des menschlichen Miteinanders

Mit dem Abschluß des aktuellen Sommersemesters 2008 endet meine offizielle Projektarbeit mit dem Ensemble “Art of Accordion”. Ca 3 jahre durfte ich dieses Ensemble, bestehend aus Studenten und – inzwischen – auch Absolventen des Hohner-Konservatoriums, aufbauen und begleiten. Ich konnte ihnen bei ihrem Weg, ihren Ensembleklang zu formen, regelmäßig zuhören und auch selbst dabei viel lernen.

Das musikalische (Zusammen-)Wachsen der 5 Spieler war für mich von Beginn an zentrales Anliegen. Über “Klassiker” wie Bach, Mozart, Reicha, Schumann, Brahms, Balakirew oder Kagel sollte vor allem die inhaltliche Ausdrucksfähigkeit gefördert werden, mit Gershwin, Piazzolla, Hancock, Abuh-Khalil, oder auch Christian Billians Hip-Hop-Turm – und als Probenzuckerl auch mal eine Oberkrainer-Polka – wurden gleichermaßen auch popularmusikalische Stile ins Repertoire mitaufgenommen.

“Zuhören”, “Kommunikation”, “Wahrnehmung”, “Nachdenken” wurden mit der Zeit zu zentralen Themengebieten bei der Qualitätsfindung des Ensembles. Immer wieder ging es um das “Ich” und das “Wir” in der idealen Balance zum Gesamtgefüge, die maximale Ausdrucksfähigkeit jedes einzelnen, abgestimmt auf den jeweils zum Stil passenden Ensembleklang.

In der Kammermusik gibt es für meine Begriffe kaum eine schwierigere Aufgabe, als mehreren gleichen Instrumenten zur klanglichen Transparenz zu verhelfen. Ich wollte von Anfang an unbedingt weg vom “Einheitsklang” des traditionellen Akkordeonensembles. Die fünf Studenten sollten beginnen verstehen zu lernen, was es bedeutet ein Kammermusiker zu sein, ausgestattet mit einer reichen Palette an klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten, an Flexibilität, sich mit möglichst vielen Facetten seiner ganzen Persönlichkeit in den sozialen Prozess eines Ensembles einbindend. Und: sie sollten gleichermaßen den ideellen Wert verstehen lernen, aus geistig-musikalischer Unabhängigkeit heraus selbstandig handeln zu können.

So ging das, durch großen Übe- und Probeneinsatz aller 5 Ensemblespieler, stetige Reifen der Musik einher mit dem persönlichen sozialen Wachsen jedes einzelnen Mitglieds. Über 30 Konzerte bzw. Auftritte (z.B. Musikmesse Frankfurt, Würth-Museum, div. Kulturkreise) wurden in dieser Zeit bestritten. Zwischendurch lud ich auch den Schauspieler Florian Rexer ein. Er sollte mit dem Ensemble einen praktischen Workshop bezüglich unserer Themen “Wahrnehmung” und “Kommunikation” durchführen. Dieses anfängliche “Experiment”, bei dem Grundübungen aus der Schauspielschule kennengelernt und geübt wurden (z.B. das “3-Wege-Spiel”… Interessenten können gerne nachfragen was es damit auf sich hat…) war ein nachhaltiger Impuls für jedes einzelne Mitglied, beim Spüren und Verstehen vieler künstlerischer und sozialer Prozesse innerhalb der Gruppe. In den Probewochen danach jedenfalls wurde mir nur bestätigt, dass ein weiterer wichtiger Groschen gefallen war, in der nach und nach aufkommenden Weitsicht, was man beim gemeinsamen Musizieren eigentlich alles erleben kann, wieviel Gefühlsebenen im so reichen Land der Musik zu erreichen möglich sind, wenn man lernt, seine gesamte Persönlichkeit in den Gruppenprozess einzubringen. (Der erste Schritt dabei ist – das wissen nun alle – sich selbst kennenzulernen…)

Die sehr oft erwähnten äußerlichen Erfolge und Ehrungen dieses Ensembles bei internationalen Wettbewerben sind weitgehend bekannt. Der eigentliche, und viel nachhaltigere Wert dieses Projekts jedoch aber liegt – aus meiner pädagogischen Sicht als verantwortlicher Dozent – in der Persönlichkeitsbildung jedes einzelnen Mitglieds.

Die 5 sind sich einig, dass sie in jeden Fall in dieser Formation weitermachen wollen. Und mit den gesetzten Zielen werden noch viele Menschen Freude an ihrer Musik haben können. Da bin ich mir sicher. Die CD wird Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen. Eine “Art-of-Accordion-Edition” ist außerdem angedacht, die ein erweiterter Beitrag zur Bildung von pädagogischer Ensembleliteratur werden soll.

Ich danke an dieser Stelle der Schulleitung des Konservatoriums für die Bereitstellung der Rahmenbedingungen dieses Projekts, sowie der Firma Hohner für die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Vor allem bedanke ich mich aber bei Sarah Staiger, Michaela Hepp, Alexander Cargnelli, Clemens Tschallener und Ralf Brendle für das große Interesse, die Leistungsbereitschaft und überhaupt, für die spannende Zeit beim gemeinsamen Modelieren von “Art of Accordion”!

21. Juni 2008 Kommentieren Andreas Nebl

Besonderer Service

Als ich vor 3 Wochen beim “Deutschen Akkordeon-Ensemble-Wettbewerb” in Berlin war, hatte ich mir vorgenommen an einem freien Abend zum Konzert der Berliner Philharmoniker mit dem Pianisten Maurizio Pollini zu gehen (Beginn 20 Uhr). Dann, ein paar Tage vor dem Konzert kam in den Medien die Meldung: “Die Philharmonie hat gebrannt!” Ich bekam alsbald – für mich als besonderen Service – vom Kartenbüro der Berliner Philharmoniker einen Anruf, mit der Mitteilung, dass das geplante Konzert wie vorgesehen am selben Abend stattfindet, dass es jedoch nicht in der Philharmonie, sondern auf der Berliner Waldbühne als “Open Air”-Konzert gespielt werde.

An einem herrlichen Frühlingsabend (mit spätsommerlichen Temperaturen) fuhr ich also mit der S-Bahn hinaus zur Berliner Waldbühne. Als ich schließlich zehn vor Acht ankam, hörte ich schon von weitem den Orchesterklang, der mir von früheren Konzerten aus der Philharmonie bekannt war. Schreck lass nach! Die spielen ja schon!!! Eine Frau am Kartenhäuschen sagte mir dann mitleidig, dass das Konzert bereits um 19 Uhr begann. – Ich war zunächst enttäuscht, dass ich die Vorverlegung des Konzertbeginns nicht mitbekommen hatte, dass man es mir nicht am Telefon ausdrücklich gesagt hatte. So fuhr ich, ohne irgendwelche Personalien hinterlassen zu haben, mit der S-Bahn einigermaßen frustriert wieder in die Stadt zurück.

Nun, vor ein paar Tagen bekam ich wieder einen Anruf – vom Kartenbüro der Berliner Philharmoniker: eine sehr freundliche Dame am Telefon teilte mir mit, sie würden mir, da ich das Konzert an der Waldbühne nicht miterleben konnte, die Kosten für die Karte ersetzen. (!) Ich bedankte mich ebenso freundlich, und saß nach Beendigung des Telefonats einigermaßen verblüfft weilend in meinem Sessel. -

Das Geld wurde gestern tatsächlich an mich zurück überwiesen. -

Lieber Blogleser, jeder weiß, die Berliner Philharmoniker haben ein riesengroßes Publikum über die ganze Welt verteilt. Die hätten es – bei anderer Haltung zu Ihrem Schaffen – vielleicht “nicht nötig” einem einzelnen Konzertbesucher hinterherzurennen, gerade in Zeiten, wenn es das Schicksal durch diesen Brand in der Philharmonie nicht so gut mit ihnen meint. Ich fand es geradezu rührend, dass ich nach Durchführung der Veranstaltung – ohne dabei selbst irgendwelche Klagen geäußert zu haben – eben noch diesen 2.Anruf bekam.

Ich bekam dadurch wirklich den Eindruck vermittelt, das “Besondere” der Berliner Philharmoniker liegt nicht nur in der außerordentlichen musikalischen Qualität des Orchesters und seinem Dirigenten, sondern auch in der Gesamtorganisation dieser kulturellen Einrichtung.

20. Juni 2008 Kommentieren Andreas Nebl

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