Archiv der ‘Ralf Brendle’ Kategorie
Deutschlandpromenade in Quangzhou
Am 7. November begann die Veranstaltung “Deutschland und China - Gemeinsam in Bewegung” in Quangzhou.
Umfrage zur Sommerpause!
Herzliche Gratulation zur Hochzeit!
Wir, Ralf Brendle, Alexander Cargnelli, Sarah Staiger, Clemens Tschallener und Michaela Hepp, wollen Andreas Nebl und Naoko Takeuchi herzlichst zur Hochzeit gratulieren und Ihnen alles Liebe und Gute für ihre weitere gemeinsame Zukunft wünschen.
Es war uns eine große Freude und Ehre die Hochzeit musikalisch mitgestalten zu dürfen!
China 2008 - Ein Erlebnisbericht
Nun folgt eine Zusammenfassung der zweiwöchigen Reise nach Chonqing. Ihr braucht dazu etwas Ruhe, aber ich hoffe, dass Euch dieser letzte Bericht gefällt. 
Nach dem Erdbeben
Die Stimmung hier in Chongqing ist bedrückt und die Medien voll mit Nachrichten über das Erdbeben. Allerdings geht das Leben hier weiter, da es zum Glück keine schlimmen Schäden bzw. Opfer gegeben hat.
Wegen diesem Unglück sind hier sämtliche Konzerte abgesagt worden. Allerdings wird es am Samstag ein Benefizkonzert für die Opfer geben. Nach einer Rede des Bürgermeisters von Chongqing und des deutschen Botschafters werden chinesische Gruppen und Sänger spielen. Von uns deutschen sind Fools Garden und wir dabei. Einmal werden wir mit Spielern aus der Hochschule gemeinsam musizieren und im zweiten Teil wird Tobias Escher und der Jazzboy auftreten. Die ganze Veranstaltung wird wohl von 19:00 Uhr bis 0:00 Uhr gehen. Ganz am Ende werden wir gemeinsam ein chinesisches Lied, “Wo ai ni Zhongguo”, singen. Das Liedblatt und die CD habe ich schon bekommen. Nun müssen wir nur noch etwas üben. Dort heißt es:
“wo ai ni zhongguo xinaide muqin
wo wei ni liulei ye wei ni zihao
wo ai ni zhongguo xinaide muqin
wo wei ni liulei ye wei ni zihao”
Chongqing!
Endlich klappt es hier mit dem Internet und ich kann meinen ersten Blogeintrag schreiben. Wir sind hier nun schon seit einer Woche in Chongqing und es ist so viel passiert. Aber ich möchte zuerst am Anfang beginnen.
Letzten Montag ging es für uns fünf, Tobias Escher, Matthias Bender, Stefanie Mast, Marija Leminskaya und mich auf nach Chongqing in der Region Sichuan. Für unsere Instrumente hatten wir Extraplätze und so auch einen ruhigen, stressfreien Nebensitzer J
Eigentlich verlief der Flug sehr gut, nur in Shanghai mussten wir länger warten, da es wohl nicht alle Tage vorkommt, dass Personen ihre Instrumente mit Extraticket ins Flugzeug mitnehmen.
Gleich am Mittwoch fuhren wir in die pädagogische Hochschule Chongqing zu Prof. Sun. Mit ihm und seinen Studenten spielen wir die Abendkonzerte. Diese Zusammenarbeit ist schon eine echte Herausforderung, sehr spannend und interessant.
Li Tianlong, oder auch „Jazzboy“ genannt ist ein einfach cooler Musiker. Er ist noch sehr jung, aber ich bin wirklich begeistert von ihm. Wir trafen uns schon einige Male mit ihm und seiner Band im Club „Bossa Nova“ und haben einige Jam-Sessions hinter uns. Trompete, chromatische Mundharmonika und Blues Harp beherrscht er wirklich hervorragend und er kann einfach nicht aufhören.
Am Platz gibt es einen Biergarten, in dem wir jetzt auch schon einige Male gespielt haben. Es ist wirklich witzig, wie die Chinesen abgehen. Bratwurst, Sauerkraut, Schnitzel, Kartoffelsalat, Hofbräuhaus Bier und schön warm. Es ist wie im Sommer in Deutschland, bloß verstehen die Chinesen die Trinksprüche nicht J
In den letzten zwei Tagen gab es hier wirklich krasse Ereignisse!
Nach dem Soundcheck am Sonntag kurz vor unserem Auftritt hieß es auf einmal, dass alle Konzerte abgesagt sind. Die Nachbarn hatten sich beschwert, dass die Konzerte zu laut sind und die Anweisung kam von ganz oben!
Jetzt wurde die Bühne über Nacht abgebaut um an einem anderen Platz wieder aufgestellt zu werden. Der Konzertplan wurde kurzfristig geändert, so dass es eben erst ab Donnerstag, wenn die Bühne wieder steht, weitergeht.
Wie ja nun alle in Deutschland mitbekommen haben, gab es hier ein großes Erdbeben. Ich war gerade mit Marija, Steffi, Matthias und unserer Übersetzerin Minna einkaufen, als die Erde bebte. In Wellenbewegungen ging die Erde auf und ab. Zuerst dachte ich, dass ein schwerer LKW vorbeifuhr, doch es hörte nicht auf. Wir liefen heraus und sahen die vielen Menschen, die ins Freie kamen. Geschäfte wurde geschlossen und die Lage wurde ziemlich angespannt. Es gab keinen freien Platz, nur einen engen Gesteig. Auf der einen Seite eine stark befahrene laute Straße und auf der anderen Seite hohe Häuser. Zum Glück war aber das Epizentrum nicht in Chongqing direkt und so hatten wir „nur“ die etwas schwächeren Auswirkungen bemerkt. Eigentlich war das Beben für uns abgehakt. Wir sind weitergegangen und hatten noch einen ziemlich stressigen Tag. Aber nun kamen die schlimmen Meldungen mit vielen Toten und Verletzten und wie ich soeben vom Organisationsteam mitbekommen habe, wird die Veranstaltung komplett abgesagt. Genaueres weiß ich noch nicht, aber viele Bands die unterwegs sind, kehren um oder fliegen erst gar nicht los.
Ich glaube, dass noch eine ziemlich spannende Woche auf uns wartet!
(Wer ein paar Fotos sehen will: www.blog.ralfbrendle.de)

