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Archive vom März 2009

Tage der Chor- und Orchestermusik 2009 in Osnabrück

Vor einigen Tagen war ich bei den jährlich drei Wochen vor Ostern stattfindenden „Tagen der Chor- und Orchestermusik“ in Osnabrück. Anlass dieses Musikwochenendes ist die Verleihung der Zelter- und der Pro Musica-Plakette an traditionsreiche Chöre und Orchester. Die Verleihung wurde vorgenommen durch den Kulturstaatsminister Bernd Neumann MdB, den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Gespannt war ich aber in erster Linie auf die verschiedenen Konzerte: insgesamt 700 Musikerinnen und Musiker bestritten an zwei Tagen ein musikalischen Rahmenprogramm, das wie in jedem Jahr die große musikalische Vielfalt in Deutschland eindrucksvoll darstellte.

 

Im Vorfeld wurde der Kulturstaatsminister von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände, die in diesem Jahr Veranstalter des Musikwochenendes war, interviewt. Und beachten Sie die letzte Frage: Der Kulturstaatsminister Bernd Neumann MdB, der wie ich finde sehr gute Arbeit in Berlin leistet, spielt seit seiner Kindheit Akkordeon (wussten Sie das?). Darauf weist er immer wieder in Reden und Interviews hin. Ob er für ein Konzert im Rahmen von „Akkordeon grenzenlos“ zu gewinnen wäre? Das Interview mit interessanten und aufschlussreichen Antworten nun im Folgenden:

 

Sechs Fragen an Kulturstaatsminister Bernd Neumann zur Bedeutung

der Laienmusik in Deutschland.

 

Warum machen Sie sich stark für die Laienmusik, Herr Neumann?

► B.N.: Über lange Zeiträume werden in den Vereinen der Laienmusik kulturelle Traditionen gepflegt. Der Erhalt, die Pflege und die Weitergabe von Generation zu Generation: das macht die Arbeit der Musikvereine, der Chöre und Orchester von Laienmusikern so wertvoll für unsere Gesellschaft und für das Musikland Deutschland. Für viele Millionen Menschen ist gemeinsames Musizieren fester Bestandteil ihres Lebens. Im ländlichen Raum sind Laienmusiker und ihre Vereine zudem oftmals die einzigen kulturellen Akteure. Insofern nimmt die Laienmusik für das kulturelle Leben in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert

ein.

 

Welche Bedeutung haben Laienchöre und -orchester verglichen mit Berufs-

Ensembles?

► B.N.: Hochkultur und Breitenkultur sind keine Gegensätze. Laienmusikensembles und Berufsmusiker und -musikerinnen ergänzen einander und sind somit gemeinsam Ausdruck der kulturellen Vielfalt Deutschlands.

 

Wo gibt es Verbesserungspotentiale bei der öffentlichen Förderung von Laienmusik?

► B.N.: Die Musikförderung ist grundsätzlich eine Sache der Länder und der Kommunen. Ich kann hier nur für die Bundesebene sprechen. Mein Haus stellt im Spitzenbereich der Laienmusik Fördermittel bereit. Sie dienen etwa der Finanzierung von Wettbewerben wie dem Deutschen Chorwettbewerb und dem Deutschen Orchesterwettbewerb. Ferner werden Mittel für Projekte der Dachorganisationen der Laienmusikverbände zur Verfügung gestellt. Ich denke, auf dieser Basis steht die öffentliche Förderung durch den Bund auf soliden Füßen.

 

Was kann und muss denn getan werden, um die finanzielle Förderung der

Laienmusik auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wirksam durchzusetzen?

► B.N.: Die Vertreter der Laienmusik und der Kulturpolitik müssen vernehmlich darauf hinweisen, dass Spitzenleistungen im professionellen Bereich ohne eine intakte Grundlage in der Breitenkultur nicht möglich sind. Auch der eminent wichtige Beitrag der Laienmusik zur musikalischen Bildung, aber auch zur Persönlichkeitsentwicklung insgesamt, kann nicht oft genug betont werden. Potenziellen Sponsoren sollte immer wieder verdeutlicht werden, dass ihr Engagement eine breite und im Gegensatz zum bloßen Event vor allem auch nachhaltige

Wirkung entfalten kann.

 

Und wo gibt es Verbesserungspotentiale bei den Verbänden, die das Laienmusizieren

in Deutschland vertreten?

► B.N.: In erster Linie ist es Sache der Laienmusiker selbst, ihrem Verband Ratschläge zu geben, wo sie Veränderungsbedarf zur Verbesserung ihrer Arbeit sehen. Ich nehme die gemeinsame Dachorganisation, die Bundesvereinigung Deutscher Chor- und Orchesterverbände, als eine tüchtige Interessenvertretung der Laienmusik in Deutschland wahr. Sie sorgt dafür, dass die gemeinschaftlichen Interessen und Anliegen angemessen gegenüber Politik und Öffentlichkeit vertreten werden.

 

Zuletzt die Frage: Musizieren Sie selbst, Herr Neumann?

► B.N.: Seit meiner frühesten Jugend spiele ich Akkordeon. Mit der Musik unddem Spielen in einer Band habe ich mir sogar das Studium finanziert.

 

Herzlichen Dank, Herr Staatsminister, für dieses Interview!

 
 
 

 

25. März 2009 Kommentieren Allgemein, Erik Hörenberg

Musikschulkongress 2009 in Berlin

Ich möchte Sie gerne auf einen Kongress aufmerksam machen, der vielleicht auch für Sie interessant sein könnt: der Musikschulkongress des Verbandes deutscher Musikschulen, der in diesem Jahr vom 15. - 17. Mai in Berlin stattfinden wird. Unten die Pressemitteilung des VdM, der Sie alle weiteren Informationen entnehmen können:

Musikalische Bildung öffnet Grenzen – Musikschulen für Vielfalt, Integration und Qualität

Vom 15. bis 17. Mai 2009 ist Berlin der zentrale Treffpunkt der Musikschulpädagogen. Dort erwartet der Verband deutscher Musikschulen (VdM) wieder über 1.500 Fachbesucher zum diesjährigen Musikschulkongress im Internationalen Congress Centrum Berlin.


Unter dem Motto “Musikalische Bildung öffnet Grenzen – Musikschulen für Vielfalt, Integration und Qualität” werden den Musiklehrkräften aus den an bundesweit 4.000 Standorten vertretenen 920 öffentlichen Musikschulen neue und aktuelle Unterrichtsmethoden und -modelle präsentiert. Bei der größten musikpädagogischen Fortbildungsveranstaltung in Deutschland wollen die öffentlichen Musikschulen für über eine Million Schülerinnen und Schüler ihre hohe Angebotsqualität weiter entwickeln.


“Musikschulen und die Entwicklung der kommunalen Bildungslandschaft” wird das Thema des Eröffnungsvortrags von Prof. Dr. Oliver Scheytt, Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft und Kulturdezernent der Stadt Essen, sein. Über “Mit Musik die Hirnentwicklung fördern: Musikalische Früherziehung als ‚Nervenwachstumsfaktor’” und “Bildungslandschaften – aus der Zukunft in die Gegenwart geschaut” sprechen in den beiden großen Plenen am Samstag der bekannte Neurologe Prof. Dr. Eckart Altenmüller bzw. der renommierte Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Gerhard de Haan.


In insgesamt 48 Arbeitsgruppen werden unter anderem Konzepte für musikpädagogische Angebote ab dem frühen Lebensalter, für Klassenmusizieren an den allgemein bildenden Schulen, Instrumental- und Vokalunterricht, Ensemblespiel, Musikunterricht für Menschen mit Migrationshintergrund bis hin zu Angeboten für den Dritten Lebensabschnitt vorgestellt.


Während des Musikschulkongresses können die Besucher sich außerdem in der kongressbegleitenden Fachausstellung über aktuelle Angebote im Bereich Noten, Unterrichtswerke, Literatur, Musikinstrumente, Zubehör und Musik- und Musikschulsoftware informieren.


Der Musikschulkongress ’09 wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Berlin.


Weitere Informationen und das Kongressprogramm unter: www.musikschulen.de.

12. März 2009 Kommentieren Allgemein, Erik Hörenberg

Erster “Tag der Musik” des Deutschen Musikrates

In diesem Jahr wird es zum ersten Mal zu einem Musikprojekt kommen, das in seiner Umsetzung einzigartig ist, und das in Zukunft jährlich stattfinden soll: Der „Tag der Musik“ vom 12. – 14. Juni 2009 mit Musikveranstaltungen jeglicher Art über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Ich finde dieses Projekt des Deutschen Musikrates (quasi das erste „Gemeinschaftsprojekt des Musiklandes Deutschland“) eine hervorragende Idee: Es ist für das gesamte Musikleben in Deutschland – daher auch für alle Akkordeonistinnen und Akkordeonisten – eine sehr große Chance, sich in ihrer Vielfalt und ihrem stilistischen Reichtum einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können. Durch die Breite, Anzahl und Ausstrahlung zahlreicher kleiner und großer Veranstaltungen sichert der „Tag der Musik“ den unterschiedlichen Musikinstitutionen wie Laienorchestern, Laienchören, Musikschulen oder Opernhäusern in Deutschland ein großes Medieninteresse und eine breite öffentliche Wahrnehmung. Ich erhoffe mir, dass sich möglichst viele Chöre, Orchester und Musikeinrichtungen bereits im ersten Durchführungsjahr an der Veranstaltung beteiligen. Wagt man sich für die längerfristige Zukunft auszumalen, alle Chöre und Orchester, Musikschulen, Opernhäuser und allgemein bildende Schulen treten an ein und demselben Wochenende musikalisch in Erscheinung, so ist die enorme Wirkung dieses Vorhabens schon in der Vorstellung unmittelbar greifbar! Es ist daher zu hoffen, dass mit der Durchführung in diesem Jahr eine erste Welle der Aufmerksamkeit für dieses in Zukunft jährlich wiederkehrende Ereignis ausgelöst werden kann. Nähere Informationen zum Tag der Musik finden Sie auf der Website: www.tag-der-musik.de. Sehr gerne können Sie mir mitteilen, ob Sie dieses Vorhaben gut oder nicht so gut finden bzw. wie dieses Projekt in der Zukunft weiter gestaltet werden könnte.

5. März 2009 Kommentieren Allgemein, Deutscher Musikrat, Erik Hörenberg