Archive vom Juni 2008
Rückmeldungen zum China-Projekt
Unsere fünf Studierenden und Absolventen Mariya Leminskaya, Stephanie Mast, Tobias Escher, Matthias Bender und Ralf Brendle sind nun schon wieder seit einigen Wochen zurück in Deutschland. Ihren Erzählungen nach waren die zwei Wochen sehr ereignisreich, nicht nur aufgrund des unvorstellbaren Erdbebens. Aber natürlich stand diese Naturkatastrophe zentral im Mittelpunkt des gesamten Aufenthalts – nach diesem Ereignis lief nichts mehr so weiter, wie es einmal geplant war. Besonders erfreulich fand ich, dass sich unser Ensemble „Accordionsounds – the sino-german accordionensemble“ am großen Benefizkonzert in Chongqing beteiligen konnte, dessen Erlös den Erdbebenopfern zur Verfügung gestellt wurde und das im gesamten Land über das Fernsehen live übertragen wurde (selbst die Tagesschau in der ARD hatte am Abend über dieses Konzert berichtet).
Die Rückmeldungen, die uns in den vergangenen Wochen zu unserem Projekt im Allgemeinen erreichten, waren äußerst positiv und sie haben gezeigt, dass der zweiwöchige Aufenthalt auch nachhaltig eine Wirkung hinterlassen wird. Besonders gefreut haben mich zwei Rückmeldungen von Mitarbeiterinnen des Goethe-Instituts und des deutschen Organisationsteams vor Ort: Unser Projekt, das im Kern auf das gemeinsame Musizieren von deutschen und chinesischen Musikern aufgebaute, hätte aus ihrer Sicht die eigentliche Idee der „Deutschlandpromenade“, für die über 100 Musikerinnen und Musiker aus Deutschland nach China gereist waren, am eindrucksvollsten umgesetzt. Ein großes Kompliment wie ich meine, das auch zeigt, mit welcher Offenheit und mit welchem Verantwortungsbewusstsein unsere fünf Studenten und Absolventen sich während der gesamten Reise eingebracht habe. Fazit: Es hat sich mehr als gelohnt und großes Kompliment und Dankeschön an das Ensemble.
Wie es nun weiter gehen kann, wird sich voraussichtlich in den kommenden Wochen entscheiden, zumindest wie ich hoffe vor der Sommerpause. Insgesamt werden in den kommenden rund zweieinhalb Jahren noch fünf „Deutschlandpromenaden“ stattfinden, die nächste im kommenden November. Es wäre schön, wenn wir an Chongqing anknüpfen könnten…
„FSJ-Kultur“ – für das Hohner-Konservatorium kein Fremdwort
Was bis vor kurzem nur im sozialen Bereich möglich war, hat nun auch seinen festen Platz in der Kultur erhalten. Selber denken, selber handeln und selber bestimmen – mit diesen Schlagwörtern und noch vielem mehr beschäftigt sich das „Freiwillige Soziale Jahr Kultur“, dass seit 4 Jahren am Hohner-Konservatorium angeboten wird.
365 spannende und inspirierende Tage im kulturellen Bereich, die Möglichkeit praktische Erfahrungen zu sammeln und mehr Einblick in das tägliche Berufsleben zu erlangen, ein selbstständiges Projekt und viele neue Begegnungen – so lässt sich das „FSJ Kultur“ kurz und knapp beschreiben. Speziell für alle musikinteressierten/-engagierten Jugendlichen zwischen sechzehn und siebenundzwanzig Jahren, die sich in Sachen Berufswahl noch nicht ganz sicher sind, stellt das Hohner-Konservatorium Trossingen eine spannende und anwechslungsreiche Einsatzstelle dar. Das Akkordeon steht am Hohner-Konservatorium im Mittelpunkt, um den sich die Arbeit als FSJler aber nicht nur dreht.Die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, Projektmanagement, Veranstaltungsorganisation und Dokumentation eigener Erfahrungen bieten dem FSJler viele Möglichkeiten auch außermusikalische Erfahrungen zusammeln. Freiraum für kreatives, eigenverantwortliches Arbeiten und die Förderung der individuellen Talente und Neigungen sind ebenso selbstverständlich wie der erforderliche Kontakt und Austausch mit den Dozenten. Auch der unkomplizierte und direkte Kontakt zu Lehrenden und Studierenden trägt dazu bei, dass sich die oder der Freiwillige schnell zugehörig und eingebunden fühlen kann.
Alle, die jetzt neugierig geworden sind, erhalten sie weitere Informationen gerne telefonisch unter 07425/3270-15 (info@hohner-konservatorium.de).
Es besteht ebenfalls die Möglichkeit auf direkten Kontakt mit der derzeitigen FKJ’ lerin unter 07425/ 3270-16 oder per Mail an koelz@hohner-konservatorium.de.
Berufsbegleidende Ausbildung
Das Hohner-Konservatorium bietet ab dem Wintersemester 2008/2009 erneut verschiedene neue berufsbegleitende Ausbildungsgänge an. Angesprochen sind mit den Angeboten im Beruf stehende Akkordeonpädagoginnen und –pädagogen in gleicher Weise wie fortgeschrittene und motivierte Akkordonspielerinnen und Akkordeonspieler ohne professionellen Hintergrund. Aber auch Erzieherinnen werden mit der berufsbegleitenden Ausbildung motiviert mit “Musik im Kindergarten” einzusteigen.
Derzeit sind die Vorbereitungen für ein weiteres Jahr im Gange. In den verschiedenen Bereichen wie Akkordeon und Dirigieren sind wir auf etliche Interessenten und Musikbegeisterte gestoßen, die sich mit viel Engagement fortbilden möchten. Ab September 2008 werden wieder neue Seminare beginnen und wir erwarten gerne weitere Teilnehmer die sich mit vollem Engagement der Reflexion und der Entwicklung dieses Musikinstrumentes in seinen unterschiedlichen künstlerischen und pädagogischen Facetten zuwenden werden.
Bagger am Bau V
Vor einigen Tagen ging es so richtig los: Am großen Nachbargebäude des Hohner-Konservatoriums, dem Bau V, hat die Sanierung begonnen. Ziel ist es, diese bis Ende 2008 abzuschließen. Es werden auf den insgesamt vier Etagen mit jeweils rund 1.000 Quadratmeter verschiedene Nutzungen angestrebt. Zum einen private Wohnungen und zum anderen gewerbliche Flächen. Und: die Etage im Erdgeschoss ist für drei Kultureinrichtungen vorgesehen: für die Stadtbücherei Trossingen, die Musikschule Trossingen und das Hohner-Konservatorium. Denn mittelfristig wir derzeit folgender Plan verfolgt: die beiden Musikinstitutionen Musikschule und Hohner-Konservatorium teilen sich in Zukunft die Flächen im derzeitigen Hohner-Konservatorium und zudem eben einen Teil innerhalb des Bau V. Verbunden werden die beiden Gebäude durch einen geschlossenen Übergang, so dass man sich in den Trossinger Wintern keine Jacke anziehen muss, um vom einen Gebäude ins andere zu gelangen.
Die konzeptionellen Überlegungen zum gesamten Projekt begannen vor rund zwei Jahren. Die konkreten raumplanerischen Überlegungen zwischen Musikschule und Hohner-Konservatorium im Dezember 2007. Es hat sich mittlerweile gezeigt, dass verschiedene sehr positive Synergien mit diesem Konzept erreicht werden können – auch wenn dem Konservatorium nach Umsetzung der Überlegungen insgesamt weniger Quadratmeter zur Verfügung stehen werden. Der große Vorteil aber: nach einigen Jahrzehnten, in denen am Konservatoriumsgebäude nahzu nichts gemacht wurde und dieses dabei sehr in die Jahre gekommen ist (wie viele wissen), scheint eine Generalsanierung des Gebäudes nun endlich bevorzustehen. Da die Finanzierung hierzu noch nicht steht, ist die genaue Zeitschiene aber noch nicht klar. Im kommenden Haushaltsjahr 2009 wäre sehr erfreulich und ein großer Erfolg – man muss und wird sehen… Sicher sagen kann man jedoch, dass das “Dauerthema Konservatoriumssanierung” in den vergangenen Jahren noch nie so nah vor einer Umsetzung stand.
Web 2.0 für Kulturunternehmen
Ich hatte das große Glück die Chance bekommen zu haben, in Zusammenarbeit mit Erik Hörenberg, ein Internetmarketingkonzept im Rahmen meiner Magisterarbeit am Institut für Kulturmanagement in Ludwigsburg für das Hohner-Konservatorium zu entwickeln. Während andere Kulturbetriebe noch ablehnend, wenigstens skeptisch dem Bereich Internetmarketing gegenüber stehen und hierbei leider die Entwicklung hin zum Web 2.0 verschlafen werden, stand das Hohner-Konservatorium diesen Dingen sehr offen gegenüber und war dazu bereit, sich auf das Abenteuer Web 2.0 einzulassen. Nicht nur dieser Blog, in welchem ich nun auch regelmäßig über die Ergebnisse und Entwicklungen schreiben werde, sondern auch das Akkordeon-Wiki (www.akkordeon-wiki.de/www.accordion-wiki.com) sind Maßnahmen, die wir durchgeführt haben, um den Besuchern der Hohner-Konservatoriums Website und allen Akkordeon-Interessierten einen Mehrwert zu schaffen. Im Akkordeon-Wiki sollen alle Akkordeonspieler und Akkordeonliebhaber die Möglichkeit haben, gemeinsam Wissen und Erfahrungen rund um dieses spannende und wundervolle Instrument zusammenzutragen und zu teilen. Gerade dem Hohner-Konservatorium als Bildungseinrichtung ist die Verwaltung von Wissen wichtig, was mit dem Akkordeon-Wiki ideal umgesetzt ist, da es allen offen steht und sich jeder beteiligen kann. Im Blog möchten Dozenten, Studenten und Leitung des Hohner-Konservatoriums einen persönlicheren Einblick in den Alltag am Konservatorium gewähren. Hier sollen aktuelle Diskussionen angeregt und ausgetragen, Fragen gestellt und über Alltägliches berichtet werden.
Ich denke, dass es durch die Web 2.0 Maßnahmen gelungen ist, dass sich das Hohner-Konservatorium in einem weiteren, offeneren Rahmen präsentieren kann. Spannend finde ich gerade, dass im Akkordeonbereich diese Offenheit gegenüber den neuen Medien herrscht. Das schönste Ergebnis wäre, wenn das Akkordeon auf diesem Wege noch neue Fans gewinnen kann und sein Image ein wenig moderner wird. Seine Lehrer sind es bereits!
Zum Abschluss meines ersten Blogeintrages möchte ich ein Zitat bringen, dass mein Professor Armin Klein immer gerne zitiert:
There are three types of organizations:
- those who make things happen,
- those that watch things happen
- those that wondered what happened.
Am Hohner-Konservatorium geht auf jeden Fall was!
Über Kommentare und Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen!
